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Stadtgespräch
Peter Beyer im Zentrum der Macht
Im Paul-Löbe-Haus in direkter Nachbarschaft zu Reichstag und Kanzleramt hat Peter Beyer seine Büroräume.
(FF) Viel Zeit zum Verschnaufen hat Peter Beyer an seinem neuen Arbeitsplatz in Berlin nicht.
Sehr häufig kann der 39-Jährige kaum einmal in Ruhe Luft holen, geschweige denn etwas Vernfünftiges essen, außer ein paar Keksen zwischendurch. Zu viele Termine stehen täglich an, Gespräche sind zu führen und die Öffentlichkeitsarbeit darf dabei auch nicht zu kurz kommen. Dass Berlin so gar nichts mit seinem beschaulichen Wahlkreis Ratingen-Heiligenhaus-Velbert-Wülfrath gemeinsam hat, muss der gebürtige Ratinger  schnell lernen. „Hier in Berlin ticken die Uhren natürlich ganz anders, doch mir gefällt es und ich kann sagen, dass hier ist momentan mein Traumberuf.“ Seit der Bundestagswahl im vergangenen Herbst sitzt Peter Beyer als Bundestagsabgeordneter in Berlin. Sein Büro befindet sich im imposanten Peter-Löbe-Haus direkt am Spreebogen - benannt nach dem letzten demokratischen  Reichstagspräsidenten der Weimarer Republik. Beyer arbeitet hier vornehmlich im Auswärtigen Ausschuss, einem jener Top-Ausschüsse, denen jeder neue Abgeordnete gerne angehören würde. Beyer hat einen der begehrten Plätze ergattert und fast scheint es so, als könne er all dies noch gar nicht so richtig fassen.  Auch Hermann Gröhe, immerhin Generalsekretär der Bundes-CDU, hat einmal als „einfacher“ Bundestagsabgeordneter der Neusser CDU begonnen und erkennt in Beyers Werdegang so etwas wie seine eigenen Anfänge. „Nicht jedem Neuling ist es direkt vergönnt, Außenpolitiker zu werden und so die Chance zu haben, sich mit konkreten weltpolitischen Fragen zu beschäftigen“, sagt Gröhe beim Pressegespräch in der Kantine des Löbe-Hauses. „Wichtig ist es, den Spagat zwischen normalen Sprechstunden und großer Außenpolitik zu schaffen.“ Peter Beyer, der neben Gröhe sitzt, scheint sich dessen bewusst zu sein. Er befindet sich jetzt direkt im Zentrum der bundespolitischen Macht. „Das war zunächst einmal eine komplett andere Welt für mich, schließlich kannte ich viele Kollegen nur aus dem Fernsehen“, erklärt Beyer bescheiden. „Doch ich habe keine Berührungsängste und bisher gab es auch noch keinen, mit dem ich mich nicht konstruktiv unterhalten konnte.“ Ob Westerwelle oder Müntefering, der Ratinger hat sie alle schon getroffen. Und so hat Berlin bei Peter Beyer schon merklich seine Spuren hinterlassen, auch wenn er zugeben muss, noch nicht alles zu kennen. „Wie denn auch?“ sagt Hermann Gröhe und es drängt sich einmal mehr der Eindruck auf, hier säßen Ziehvater und -sohn nebeneinander. Gröhe ist erfahren genug, Beyer einiges mit auf den Weg zu geben: „Der erste Findungsprozess dauert ein Jahr, dann kennt man sich richtig in Berlin aus.“  Dass sich dies nicht negativ auf die Erdung mit seinem  Wahlkreis auswirkt, betont Beyer wiederholt. „Den Spagat zwischen Sprechstunden im eigenen Wahlkreis und der großen Außenpolitik muss ein Abgeordneter schaffen“, sagt Beyer und wiederholt damit bewusst oder unbewusst Hermann Gröhes Ausführungen. „Der Kontakt mit dem Wähler ist nach wie vor entscheidend“, schließt Beyer das Gespräch. Er hat einen rapiden Start in die Bundespolitik hingelegt. Wohin ihn sein Weg führt, darauf sind seine Wähler ebenso gespannt wie er.

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